{"id":236,"date":"2021-03-26T09:51:48","date_gmt":"2021-03-26T08:51:48","guid":{"rendered":"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/?p=236"},"modified":"2021-03-26T09:51:48","modified_gmt":"2021-03-26T08:51:48","slug":"grundlagen-von-qigong","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/index.php\/2021\/03\/26\/grundlagen-von-qigong\/","title":{"rendered":"Grundlagen von Qigong"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Ulli Olvedi z\u00e4hlt in ihrem Buch sechs Wege oder vielleicht besser Zecke auf, warum man Qigong \u00fcbt bzw. was man damit erreichen kann<a href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Weg zum Erwachen und zur Erleuchtung \u2013 meditative \u00dcbungen<\/li><li>Weg zum nat\u00fcrlichen Austausch \u2013 \u00dcbungen des Einsammelns von Universalem Qi, \u00dcbungen des Aussendens von Qi zu Heilzwecken<\/li><li>Weg zum Dao Yin \u2013 Bewegungs\u00fcbungen, \u00dcbungen zur Zirkulation des Qi<\/li><li>Erg\u00e4nzender Weg zur Kultivierung des Dao \u2013 Stehen, Sitzen, Liegen in Meditationshaltung<\/li><li>Weg zur metaphysischen Diagnose \u2013 \u00dcbungen der inneren Visualisation, \u201eR\u00f6ntgen-Qigong\u201c, Handdiagnose<\/li><li>Weg zu \u00fcbernat\u00fcrlichen F\u00e4higkeiten \u2013 \u00dcbungen, die nur direkt von Lehrer zu Sch\u00fcler vermittelt werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wenn man nun die letzten beiden Wege ausnimmt, die spezielle Weiterentwicklungen darstellen, so gibt es wohl drei Gr\u00fcnde, Qigong zu \u00fcben:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Zur spirituellen Entfaltung (Weg zum Erwachen und zur Erleuchtung) bzw. zur Selbstfindung<\/li><li>Zu medizinischen Zwecken (Weg zum nat\u00fcrlichen Austausch)<\/li><li>Zur St\u00e4rkung der Kr\u00e4fte und des K\u00f6rpers (Weg zum Dao Yin).<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Die Meditation dient in allen drei Bereichen der St\u00e4rkung. Doch nach diesem Versuch der Schachtelbildung nun zu einem etwas pers\u00f6nlicheren Zugang.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was ist \u00fcberhaupt Qigong?<\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn ich so in meinen alten Qigong-B\u00fcchern bl\u00e4ttere, die ich mir in den 90er Jahren gekauft habe, so werden dort alle m\u00f6glichen Wundertaten versprochen. Vielleicht wollten die Autoren die Sache ja nur interessant machen, was mich aber damals schon ansprach war der Aspekt, Qigong zur Beseitigung von Krankheit oder zur Erhaltung von Gesundheit einzusetzen. Requena weist darauf hin, dass Qigong einerseits f\u00fcr Kampfk\u00fcnste, andererseits f\u00fcr medizinische Zwecke verwendet wurde<a href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a> und schildert auch \u00dcbungen zur k\u00f6rperlichen Unverwundbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man heute so auf das Ganze blickt, so hat es sich nicht bewahrheitet. In meiner vor kurzem abgeschlossenen Ausbildung zum Qigong-Lehrer kam das Thema Heilung praktisch nicht vor. Wir erfuhren in keiner Weise, welche \u00dcbungen zu welcher Behandlung eingesetzt werden sollten. Hinzu kommt, dass mir mittlerweile etliche Qigong-Lehrer bekannt sind, die an Krebs erkrankt oder an ihm gestorben sind. Was ist da passiert? Hat einfach der Transfer in den Westen nicht funktioniert? Aber warum? Ich denke, es gibt im wesentlichen zwei Gr\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum einen ern\u00e4hren wir uns anders und Qigong kann nur funktionieren, wenn es gutes Qi zum Verteilen hat. Mit unserer Nahrung nehmen wir aber immer weniger von diesem guten Qi auf. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass mich Qigong auf meinem Weg nicht weiterbringt, obwohl ich davon \u00fcberzeugt bin und es eigentlich t\u00e4glich fast eine Stunde lang \u00fcbe. Eine Besserung hat dann erst eine Ern\u00e4hrungsumstellung gebracht. Mehr dazu im Kapitel Ern\u00e4hrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum anderen leben wir aber auch mehr im YANG als die alten Chinesen. Es muss immer alles besser, gr\u00f6\u00dfer, st\u00e4rker sein. Wir suchen nicht die goldene Mitte und allein deshalb ist die Philosophie von Qigong bei uns nicht wirklich interessant. Westliche Therapeuten, die auch in China arbeiten, berichten davon, dass die chinesischen Zungen glatter sind. Sie f\u00fchren es auf den Einfluss der Emotionen zur\u00fcck, die ja alle \u00fcber das Herz gehen und die Zunge ist der Ausdruck des Herzens. Mehr dazu im Kapitel \u00fcber Emotionen. Mein Lehrer schreibt in seinem Buch noch, dass es um das \u201eQigong-Leben\u201c geht<a href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a>. Da gibt es viele Aspekte, deren Einhaltung uns in unserer Gesellschaft sehr schwer f\u00e4llt, alleine wenn wir erfolgreich sein und nicht als Au\u00dfenseiter gelten wollen. Jeglicher Ehrgeiz, \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Stolz, Karriere. Ist das alles letztlich mit Qigong unvereinbar und mildern wir die Auswirkungen letztlich nur ab, anstatt sie zu beseitigen und dar\u00fcber hinaus was Gutes f\u00fcr uns zu tun? Dies ist sicher ein Thema, dem man noch sehr viel mehr an Aufmerksamkeit widmen k\u00f6nnte. Was versteht man jetzt eigentlich unter Qigong?<\/p>\n\n\n\n<p>Unter dem Begriff \u201eQigong\u201c sind eine Reihe von zum Teil uralten chinesischen \u00dcbungen zusammengefasst, die teils bewegt, teils nur in der Vorstellung durchgef\u00fchrt werden und zum Erhalt bzw. zur Verbesserung der Gesundheit von Generation zu Generation weitergegeben wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gesund alt werden ist in China seit sehr langer Zeit wichtig und wer das richtig macht, wird gesund \u00fcber 100 Jahre alt, so zumindest die Theorie<a href=\"#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a>. Allerdings ist die Gesundheit nicht das einzige Ziel. Wie schon erw\u00e4hnt, bedient sich auch mancher Kampfsport dem Qigong und die bekanntesten Vertreter sind wohl die Shaolin-M\u00f6nche, Jacky Chan oder Bruce Lee. Nat\u00fcrlich gibt es auch einen sprituellen Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Ziel von Yoga war urspr\u00fcnglich ein religi\u00f6ses. Nach Pramahansa Yogananda, der ab 1920 Yoga in den Westen bzw. in die USA brachte<a href=\"#sdfootnote5sym\"><sup>5<\/sup><\/a>, dienen die Ashanas einzig und allein dazu, dem K\u00f6rper langes Ausharren in der Meditationshaltung zu erm\u00f6glichen, um die Erleuchtung zu erlangen<a href=\"#sdfootnote6sym\"><sup>6<\/sup><\/a>. Eigentlich war Yoganandas Ziel, einen Austausch zwischen den Religionen herzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Leser kennen sicher den einen oder anderen, der Yoga aus\u00fcbt. Sie k\u00f6nnen ja bei Gelegenheit einmal fragen, warum Ihre Bekannten dies tun, aber wohl nicht, um Erleuchtung zu erlangen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Yoga also im Laufe der Zeit ziemlich in unsere Kultur integriert wurde und es dabei wohl um Dinge wie Erhalt eines perfekten K\u00f6rpers, Entspannung oder Dehnung geht, ist dem Qigong das bisher erspart geblieben, zumindest in der Schule, die ich kenne. Vielleicht ist es deshalb manchmal ein bisschen spr\u00f6de in der Anwendung, weil es sich schwer integriert. Einige meiner Kollegen versuchen, zumindest das \u201eSich wohlf\u00fchlen\u201c als Maxime zu sehen. Allerdings gelingt auch das nicht immer. Qigong entwickelt die Pers\u00f6nlichkeit, wenn man es nur konsequent genug anwendet, und nicht alles, was da zum Vorschein kommt, ist zum Wohlf\u00fchlen. Da sind auch Erkenntnisse dabei, die alles andere als erw\u00fcnscht sind und man wird mit Situationen konfrontiert, die manchmal ganz sch\u00f6n fordern. Aber genau das mach Qigong aus: sich auf das Leben einzulassen, jeden Tag ein bisschen mehr.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Eine Analogie<\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn man den Ern\u00e4hrungsprofis zuh\u00f6rt, so kommen alle letztlich zu demselben Ergebnis: Wir k\u00f6nnen unserem Geschmack nicht mehr vertrauen. Eine schwache Milz entwickelt eine Gier nach S\u00fc\u00dfem, was uns dazu treibt, Schokolade zu essen. Und tats\u00e4chlich behebt das unseren Energiemangel, zumindest f\u00fcr kurze Zeit. Was aber eigentlich passiert, ist dass diese Schokolade zu einer \u00dcbers\u00e4uerung f\u00fchrt und zu einem Stress in der Bauchspeicheldr\u00fcse. Diese bekommt einen Zuckerschock, reagiert entsprechend, bereitet sich eigentlich auf Essen vor, aber es kommt nichts und sp\u00e4testens zwei Stunden sp\u00e4ter wiederholt sich dasselbe Spiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Ern\u00e4hrungsberater dr\u00e4ngen deshalb zumindest anfangs zu bestimmten Di\u00e4ten, die strikt einzuhalten sind. Erst nach einiger Zeit k\u00f6nnen wir uns danach richten, was uns der K\u00f6rper sagt. Erst wenn wir wieder im Gleichgewicht sind, k\u00f6nnen wir dem Drang nach S\u00fc\u00dfem nachgeben und er wird nur mehr ein leiser Hauch im Vergleich zu der Gier sein, die wir vorher hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnliches bewirkt Qigong. Im Laufe des Lebens verlernen wir, auf unsere eigentlichen Bed\u00fcrfnisse zu h\u00f6ren. \u00c4ngste, Konventionen der Gesellschaft, pers\u00f6nliche Abneigungen, W\u00fcnsche, all das verf\u00e4lscht unseren Blick auf das, was wir tats\u00e4chlich brauchen. Und auch hier entwickeln sich wie beim Essen Negativspiralen, entsteht Gier beispielsweise nach immer mehr Sicherheit, immer mehr Besitz oder auch nach N\u00e4he zu einem Menschen, der uns vielleicht gar nicht gut tut. Qigong hat nun die Kraft, uns aus dieser Negativspirale zu befreien. \u00c4hnlich gesunder Ern\u00e4hrung kann Qigong diese Gewohnheiten, die uns durch ihre st\u00e4ndige Aus\u00fcbung schaden, aufbrechen. Allerdings ist es hier wie bei der Ern\u00e4hrung. Wir m\u00fcssen eine Zeitlang sozusagen eine Di\u00e4t einhalten, dem Weg folgen, den uns ein Lehrer vorgibt. Im Wesentlichen geht es dabei darum, die vorgegebene Form einzuhalten. Was das ist, erkl\u00e4re ich jetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Jede Qigong-\u00dcbung enth\u00e4lt definierte Bewegungsabl\u00e4ufe, die wir anfangs lernen m\u00fcssen. Wir brauchen unsere Konzentration, um diese \u00dcbungen auszuf\u00fchren und wir werden von unserem Lehrer korrigiert, wenn diese \u00dcbungen von der Vorgabe abweichen. Das ist die Form. Jede \u00dcbung hat eine andere Form, aber im Wesentlichen geht es hier immer um dasselbe. Wir m\u00fcssen dieser Form folgen, um unsere falschen Gewohnheiten einmal aufzubrechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Zeit gehen die \u00dcbungen in Fleisch und Blut \u00fcber. Wir m\u00fcssen jetzt nicht mehr nachdenken, wie die \u00dcbung genau abl\u00e4uft, es passiert einfach. Unsere Konzentration wird nicht mehr ben\u00f6tigt, unser Geist kann leer werden, wie bei einer Meditation. Ab einem bestimmten Zeitpunkt beginnt die \u00dcbung nun, sich zu ver\u00e4ndern. Jetzt l\u00f6st sie in uns die Blockaden, die wir \u00fcber Jahre hinweg aufgebaut haben, befreit uns von den falschen Gewohnheitsmustern. Wir sind beim Inhalt der \u00dcbung angelangt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber \u00e4hnlich wie bei der Ern\u00e4hrung gilt auch hier: wir m\u00fcssen zuerst einmal dem Weg folgen, der durch unseren Lehrer, durch die Form der \u00dcbung vorgegeben ist. Erst, wenn wir dies einige Zeit lang gemacht haben, sind wir in der Lage, den wahren Weg zu erkennen und k\u00f6nnen wir uns auf die \u00dcbung einlassen. Sie wird dann genau dort wirken, wo wir das brauchen. Dabei l\u00f6sen sich k\u00f6rperliche Blockaden und falsche Verhaltensmuster gleicherma\u00dfen und oft sind diese beiden Beschwerden zwei Seiten einer Medaillie.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wirkung von verschiedenen Qigong-\u00dcbungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Auch wenn ich einleitend nun die Gesundheit als oberste Pr\u00e4misse der Qigong-\u00dcbungen erkl\u00e4rte, so hat doch jede \u00dcbungsreihe einen etwas anderen Schwerpunkt und einen leicht differenzierten Zugang dazu. Ich m\u00f6chte in diesem Abschnitt meine Erfahrungen dazu bzw. die Erfahrungen von Kollegen, die ihr Wissen mit mir teilten, zusammenfassen. Auch habe ich all die Beschreibungen aus Qigong-B\u00fcchern, die ich gefunden habe, hier dargestellt, um zu einer \u00dcbersicht zu kommen. Dieses Kapitel lebt und ich freue mich \u00fcber jede R\u00fcckmeldung von Qigong-Erfahrenen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die acht daoistischen \u00dcbungen (TAIYIYUANMINGGONG)<a href=\"#sdfootnote7sym\"><sup>7<\/sup><\/a><\/h4>\n\n\n\n<p>Gerhard Wenzel nennt den Zweck dieser \u00dcbung als \u201edas Qi der Natur [\u2026] aufzunehmen, um das urspr\u00fcngliche Qi des Menschen wieder aufzuf\u00fcllen. Die \u00dcbung bring YIN und YANG ins Gleichgewicht, sie verbessert die Zirkulation von Qi und Blut und macht die Meridiane durchl\u00e4ssig&#8230;\u201c<a href=\"#sdfootnote8sym\"><sup>8<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die demanthenen \u00dcbungen (JINGANG QI GONG)<a href=\"#sdfootnote9sym\"><sup>9<\/sup><\/a><\/h4>\n\n\n\n<p>Diese Form wurde angeblich von Bodhidharma, einem indischen M\u00f6nch, der ins Kloster der Shaolins im 6. Jahrhundert n.Chr. Kam und als Begr\u00fcnder des Chan-Buddhismus in China gilt, entwickelt<a href=\"#sdfootnote10sym\"><sup>10<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei diesen \u00dcbungen handelt es sich um eine Form, die vorwiegend Muskulatur und Sehnen kr\u00e4ftigt. Hier kann man innerhalb von 20 Minuten ganz sch\u00f6n ins Schwitzen kommen und die Wirkung ist mit der von einer Runde im Fitnesscenter vergleichbar. Diese \u00dcbungen trainieren vor allem die Sehnen in St\u00e4rkung und Dehnung und geben einem bei regelm\u00e4\u00dfiger Anwendung auch das Gef\u00fchl von Kraft.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Sicht der TCM wirkt diese \u00dcbung wohl vorrangig auf die Leber und die Milz. Da aber auch der R\u00fcckenbereich gest\u00e4rkt wird, kommt dies wahrscheinlich auch dem Nieren-Yang zugute.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die achtfache R\u00fcckkehr (BAFANHUANGONG)<a href=\"#sdfootnote11sym\"><sup>11<\/sup><\/a><\/h4>\n\n\n\n<p>Die FanHuanGong sind eine alte \u00dcbungsserie, bei der jeweils eine \u00dcbung einem Chakra zugeordnet werden kann. Das Wort \u201eBa\u201c hei\u00dft acht und sagt, dass es sich um insgesamt acht \u00dcbungen handelt. Diese \u00dcbungen erfordern Koordination und Gleichgewichtssinn, da sie zum Teil auf einem Bein und ziemlich bewegt durchzuf\u00fchren sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u00dcbungen wirken vor allem auf die Chakren und helfen wohl auch als Vorbeugung gegen Demenz oder Alzheimer.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Kenner dieser \u00dcbungsserie hier eine Beschreibung der zweiten \u00dcbung. Diese \u00dcbung richtet sich an das zweite Chakra, das im Wesentlichen f\u00fcr das Ego steht und f\u00fcr Wollen und Nicht Wollen zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcbung beginnt damit, dass wir tief hinuntertauchen und unser kleines Kind aus dem ersten Chakra, der Allgemeinheit holen.Wir richten uns damit auf und wachsen, dehnen uns aus. Dann kommt eine Dreifachbewegung, die ich mit einem Initiationsritus vergleichen m\u00f6chte. Hier m\u00fcssen wir zeigen, was wir k\u00f6nnen. Danach m\u00fcssen wir uns gegen den Druck der anderen verteidigen und dann die Wogen gl\u00e4tten. Jetzt wird es Zeit f\u00fcr was Gro\u00dfes, das wir da aus dem Wasser ziehen und nach oben bewegen. Dann setzen wir uns die Krone aus und bringen was \u00fcber den Kehlkopf zum Ausdruck, bevor wir wieder ganz gro\u00df werden und in den Himmel aufsteigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sehe das im Wesentlichen als die Entwicklung des Menschen, der K\u00f6rperseele Po, die mit der Geburt beginnt, \u00fcber die Initiation und die Durchsetzung zum Verwirklichen des eigenen Traumes (mit der Kr\u00f6nung) f\u00fchrt und dem Auffahren in den Himmel, dem abschlie\u00dfenden Gro\u00dfwerden, endet.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Morgen\u00fcbung (SAN BU SAN)<a href=\"#sdfootnote12sym\"><sup>12<\/sup><\/a><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Morgen\u00fcbung darf nur in den fr\u00fchen Morgenstunden zwischen vier und sieben Uhr ge\u00fcbt werden. Sie besch\u00e4ftigt sich mit den drei Energien, der Energie der Erde, der des Himmels und der des Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Energien k\u00f6nnen als Feuer, Erde, Wasser interpretiert werden<a href=\"#sdfootnote13sym\"><sup>13<\/sup><\/a> oder die drei Erw\u00e4rmer oder aus Qi-Sicht Lunge, Milz und Niere. Oder wenn wir uns mit den Chakren besch\u00e4ftigen: da sind es das erste (Erde), das zweite (Wasser) und das sechste Chakra.<\/p>\n\n\n\n<p>Von den Elementen her st\u00e4rkt die Morgen\u00fcbung direkt das Metall und indirekt das Wasser. Das Metall ist einerseits durch die Uhrzeit direkt angesprochen (wir \u00fcben in der Metallzeit), andererseits wird gerade im dritten Teil die Perestaltik des Darms aktiviert. Das Wasser wird einerseits durch das Metall gen\u00e4hrt<a href=\"#sdfootnote14sym\"><sup>14<\/sup><\/a>, andererseits ist das Wasser im Sinne der Mittags-\/Mitternachtsregel das in der Organuhr gegen\u00fcberliegende Element<a href=\"#sdfootnote15sym\"><sup>15<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der erste Teil der \u00dcbung besch\u00e4ftigt sich mit dem Erd-Qi (oder mit dem Nieren-Qi? Nach Maciocia gibt es die Widerspiegelung der drei Energien in ). Dabei werden auch die Kn\u00f6chel bewegt und die Aktivierungspunkte des Qiao-Mai bedient. Die Erde ist in der TCM zweierlei. Einerseits ist es unsere Basis und das YIN, aber sie ist auch unser Zentrum, was sich auch dadurch ausdr\u00fcckt, dass seine beiden Organe, die Milz und der Magen, beide zum mittleren Erw\u00e4rmer gez\u00e4hlt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt aber noch andere Verbindungen. So wirkt der zweite Teil der \u00dcbung auf den Punkt Blase 1 ein. Dieser ist nicht nur der Startpunkt des dem Wasser zugeordneten Blasenmeridians, sondern auch Start- und Endpunkt der beiden Qiao-Gef\u00e4\u00dfe. Diese sind nach Maciocia f\u00fcr den Ausgleich von YIN- und YANG-Exzessen zust\u00e4ndig und au\u00dferdem eng mit Lenker- und Konzeptionsgef\u00e4\u00df verbunden. Die Qiao-Gef\u00e4\u00dfe folgen in etwa dem Verlauf von Blasen- und Nierenmeridian. Allgemein gesprochen sind die Gef\u00e4\u00dfe auch jene Bereiche des K\u00f6rpers, die die Nierenessenz beinhalten. Sie verbinden dar\u00fcber hinaus die au\u00dferordentlichen YANG-Organe wie Geb\u00e4rmutter und Gehirn sowie die vier Meere (dazu geh\u00f6ren der Brustraum generell sowie wiederum das Gehirn, allerdings energetisch gesehen) mit den Organen und versorgen den Bereich zwischen Haut und Muskel mit Fl\u00fcssigkeiten, sind also f\u00fcr die Lymphe zust\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere im zweiten Abschnitt wird auf den Punkt Blase eins eingewirkt, an dem sich der YIN Qiao Mai mit dem YANG Qiao Mai verbindet. In der Folge wird dann der YANG Qiao Mai ge\u00f6ffnet und gen\u00e4hrt. Den Abschluss bildet wieder eine Squenz, die nochmals auf den Punkt Blase 1 einwirkt. Dieses Mal aber geht es um die YIN-Energie, die vorne nach unten gedr\u00fcckt wird und dann auf H\u00f6he des Dantians ausgelassen wird, damit sie dorthin geht, wo sie gebraucht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der dritte Teil der \u00dcbung konzentriert sich im Mingmen, im ministeriellen Feuer, dem Yang-Aspekt der Niere.<\/p>\n\n\n\n<p>Und beim Abschluss bringen wir nochmals das Feuer des Mittelfingers in Kontakt mit den Punkten Blase eins. Das hat wohl was mit \u201eFeuer unter das Wasser bringen\u201c zu tun. Herz und Niere sind eng miteinander verbundene Partnerorgane und wir nutzen hier offensichtlich die Kraft des Herzens, um die Nieren zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Nieren-Qi st\u00e4rkendes Gehen (Xi-Xi-Ho)<a href=\"#sdfootnote16sym\"><sup>16<\/sup><\/a><\/h4>\n\n\n\n<p>Diese \u00dcbung wird auch nierenst\u00e4rkendes Tun bezeichnet und ist jene \u00dcbung, die Krebspatienten empfohlen wird. Wie der Name schon sagt, wirkt diese \u00dcbung auf die Nieren und dem diesem Organ zugeordneten Anteil des Geistes, den Willen, weshalb diese \u00dcbung auch f\u00fcr Krebspatienten so wichtig ist. Es gibt abgewandelte Formen f\u00fcr die anderen inneren Organe wie das herz-Qi st\u00e4rkende Gehen, das Lungen-Qist\u00e4rkende Gehen, das Milz-Qi st\u00e4rkende Gehen oder Leber-Qi st\u00e4rkende Gehen.<a href=\"#sdfootnote17sym\"><sup>17<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u00dcbungen zur \u00d6ffnung der Gelenke<a href=\"#sdfootnote18sym\"><sup>18<\/sup><\/a><\/h4>\n\n\n\n<p>Diese \u00dcbungen sind Lockerungs\u00fcbungen im klassischen Sinn, die z.B. zum Aufw\u00e4rmen vor Tai-Ji-Quian-Training verwendet werden. Die \u00d6ffnung der Gelenke ist nat\u00fcrlich wichtig f\u00fcr den Qi-Fluss und kann im Akutfall helfen, Probleme an gewissen Stellen zu lindern bzw. aufzul\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine \u00e4hnliche \u00dcbungsreihe beschreibt Z\u00f6ller unter dem Titel \u201eDie achtzehnfache Methode der \u00dcbung\u201c (Liangong Shibafa)<a href=\"#sdfootnote19sym\"><sup>19<\/sup><\/a>. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf \u201eGymnastik\u201c und es wird bewusst auf \u201e&#8230;Qi, seine Leitung \u00fcber die Meridiane, Meditation und Atmung als Qi-Motor&#8230;\u201c verzichtet.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Bewegung des Reinen Qi im kleinen Energiekreislauf<a href=\"#sdfootnote20sym\"><sup>20<\/sup><\/a><\/h4>\n\n\n\n<p>Diese \u00dcbung wird auch kurz als \u201ekleiner Energiekreislauf\u201c beschrieben<a href=\"#sdfootnote21sym\"><sup>21<\/sup><\/a>. Dabei wird das Qi entlang der Wirbels\u00e4ule nach oben geleitet und entlang der Mittellinie des K\u00f6rpers vorne wieder nach unten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der wesentliche Effekt bei dieser \u00dcbung ist das Sp\u00fcren, aber auch die Akzeptanz, dass YIN und YANG zusammengeh\u00f6ren. Ist man zu schnell (zu viel YANG), so verliert man das Sp\u00fcren (YIN), konzentriert man sich zu sehr auf das Sp\u00fcren (zu viel YIN), so bleibt man stecken und kommt \u00fcber einen gewissen Punkt nicht hinaus (fehlendes YANG). Nur im richtigen Mittelma\u00df funktioniert diese \u00dcbung und alleine, das zu akzeptieren, ist eine wichtige Lehre daraus.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Bewegungen der f\u00fcnf Tiere<a href=\"#sdfootnote22sym\"><sup>22<\/sup><\/a><\/h4>\n\n\n\n<p>Der Arzt, der diese \u00dcbungen entwickelte, empfahl sie z.B. im Einsatz gegen Bluthochdruck, Nervenschw\u00e4che, Magen- und Leberentz\u00fcndungen und Lungenerkrankungen. Letztlich empfiehlt er Bewegung, um Appetit zu erzeugen und den K\u00f6rper dadurch anzuregen. Damit sind wir dann ja eigentlich beim Sport.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Augen-Qigong<\/h4>\n\n\n\n<p>Ich habe das nun vor mittlerweile knapp 15 Jahren gelernt. Damals war ich bereits im Supermarkt und habe mir eine g\u00fcnstige Brille gekauft. Aber seither mache ich diese \u00dcbungen und habe die Brille nie verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Was f\u00fcr die Augen auch noch wichtig ist, das ist der Zyklus der Jahreszeiten. Im Fr\u00fchjahr ist die Leber, die die Augen mit Energie versorgt, stark. Da haben wir auch viel Licht und die Augen funktionieren gut. Das gilt auch noch f\u00fcr den Sommer, aber im Herbst wird das Licht weniger und die Augen m\u00fcssen sich mehr anstrengen. Im Winter haben dann die Nieren keine Kraft, um die Leber mit Energie zu versorgen. Alles zieht sich zur\u00fcck. Gerade in dieser Zeit, in Herbst und Winter, ist es wichtig, die Augen mit zus\u00e4tzlicher Energie zu versorgen und zwar immer dann, wenn die Augen zu sehr belastet werden. Auf diese Weise habe ich die Altersfehlsicht nun schon viele Jahre hinausgeschoben.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a>Siehe Olvedi, Seite 51<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a>Siehe Requena, Seite 24<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a>Siehe Wenzel[1], Seite 239ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote4anc\">4<\/a>Siehe Der gelbe Kauser, Seite 17<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote5anc\">5<\/a>Siehe Yukteswar, Buchbeschreibung<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote6anc\">6<\/a>Siehe Yogananda, Seite 113<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote7anc\">7<\/a>Siehe Wenzel[1], Seite 401ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote8anc\">8<\/a>Siehe Wenzel[1], a.a.O.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote9anc\">9<\/a>Siehe Z\u00f6ller, Seite 129f<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote10anc\">10<\/a>Vergleiche Olvedi, Seite 57<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote11anc\">11<\/a>Siehe Wenzel[1], Seite 338ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote12anc\">12<\/a>Siehe Wenzel[1], Seite 395ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote13anc\">13<\/a>Siehe Maciocia[2], Seite 84<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote14anc\">14<\/a>Siehe Kapitel Der Ern\u00e4hrungszyklus, Seite 40<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote15anc\">15<\/a>Wenn man die Organuhr ansieht, so stellt man fest, dass 12 Stunden nach dem Metall das Wasser kommt. Zur Mittags-\/Mitternachtsregel siehe Kapitel xxx<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote16anc\">16<\/a>Siehe Wenzel[1], Seite 333ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote17anc\">17<\/a>Siehe Z\u00f6ller unter dem Begriff \u201eBummelgang\u201c, Seite 299ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote18anc\">18<\/a>Siehe Requena, Seite 198f<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote19anc\">19<\/a>Siehe Z\u00f6ller, Seite 197ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote20anc\">20<\/a>Siehe Z\u00f6ller, Seite 63ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote21anc\">21<\/a>Siehe Olvedi, Seite 175ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote22anc\">22<\/a>Siehe Z\u00f6ller, Seite 256ff<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ulli Olvedi z\u00e4hlt in ihrem Buch sechs Wege oder vielleicht besser Zecke auf, warum man Qigong \u00fcbt bzw. was man damit erreichen kann1: Weg zum Erwachen und zur Erleuchtung \u2013 meditative \u00dcbungen Weg zum nat\u00fcrlichen Austausch \u2013 \u00dcbungen des Einsammelns von Universalem Qi, \u00dcbungen des Aussendens von Qi zu Heilzwecken Weg zum Dao Yin \u2013 &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/index.php\/2021\/03\/26\/grundlagen-von-qigong\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eGrundlagen von Qigong\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-236","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/236","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=236"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/236\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":237,"href":"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/236\/revisions\/237"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=236"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=236"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=236"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}