{"id":223,"date":"2021-03-26T09:31:22","date_gmt":"2021-03-26T08:31:22","guid":{"rendered":"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/?p=223"},"modified":"2021-03-26T09:31:22","modified_gmt":"2021-03-26T08:31:22","slug":"die-meditation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wbachleitner.ddns.net\/index.php\/2021\/03\/26\/die-meditation\/","title":{"rendered":"Die Meditation"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\"><span class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">Worum geht es bei der Meditation?<\/span> Als ich das vor kurzem gefragt wurde, war mir gar nicht klar, wie sinnvoll und wichtig diese Frage ist. Mittlerweile gibt es viele Arten von Meditationen, wenngleich wohl all diese \u201eAbarten\u201c nur eine Art Flucht vor der wahren Meditation sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich geht es an dieser Stelle darum, die Gedankenstr\u00f6me loszuwerden, das \u201eGedankenpferd\u201c zu z\u00e4hmen, zur Ruhe zu kommen, leer zu werden. So einfach ist das, aber gleichzeitig auch so schwierig. Wer es je versucht hat, wird festgestellt haben, dass der Geist keine Ruhe gibt. Dass es da immer wieder Ablenkungen gibt, die einem in den Sinn kommen, und seien es nur die entferntesten Ger\u00e4usche, der eigene Herzschlag oder das Summen im Ohr, die man in der Stille pl\u00f6tzlich wahrnimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch genau darum geht es hier. Ich schenke mir diese paar Minuten. In dieser Zeit muss ich nichts anderem hinterherlaufen, keine Probleme l\u00f6sen, keine Bed\u00fcrfnisse befriedigen. Da darf ich einfach nur da sein. Vielleicht so, wie manche gerne in der Sonne liegen oder wie man auf einem Berg die gute Aussicht genie\u00dft oder nach getaner Arbeit einen Moment inneh\u00e4lt. Genauso. Man muss jetzt auch nicht krampfhaft versuchen, leer zu werden oder die Energie irgendwohin zu lenken. Lasst es sein, einfach nur sein lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das alles ist jetzt nicht so einfach erreicht, aber glaubt mir, es wird mit jedem Tag ein bisschen besser. Und wenn da ein Problem ist, das Euch besch\u00e4ftigt, so lasst es zu, ihr bekommt ohnedies keine Ruhe, wenn ihr versucht, es wegzuschieben. Wenn m\u00f6glich, so l\u00f6st es vorher oder schreibt es Euch auf oder macht etwas, damit ihr es loslassen k\u00f6nnt. Oder aber ihr widmet Eure Zeit an diesem Morgen oder zu dieser Stunde eben diesem Problem und werdet morgen wieder leer.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwang ist an dieser Stelle verkehrt und doch ist es wichtig, dass wir jeden einzelnen Versuch dem eigentlichen Thema widmen, wenn es irgendwie geht. Wie der Bambus nicht versucht, dem Wind zu trotzen, aber wieder aufsteht, sobald er vorbei ist. Also wenn man auch gestern ein Problem l\u00f6sen durfte, so soll es nicht zur Gewohnheit werden, dass man sich ein Thema sucht, welches es zu l\u00f6sen gilt. Das Ziel ist, leer zu werden und mit der Leere kommen wir letztlich in die Aufmerksamkeit, werden aufnahmebereit der Umwelt und auch uns selbst gegen\u00fcber. Die Wichtigkeiten verschieben sich, wir lernen, uns zu h\u00f6ren, uns zuzuh\u00f6ren, beginnen, im Innen zu leben und nicht mehr im Au\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist neben dem Leerwerden mindestens ebenso wichtig, dass man die Meditationshaltung erlernt. Da gibt es Lehrer, die Abk\u00fcrzungen empfehlen, Meditieren im Sitzen oder auf Kissen oder Schemeln. Ja, wenn man k\u00f6rperlich nicht in der Lage ist, die Meditationshaltung einzunehmen, so ist das eine Alternative. Ich hatte kaputte H\u00fcften und da war der Lotussitz nicht machbar. Aber auch nur dann &#8211; und wiederum gilt: sucht keine Ausreden und lasst diese auch nicht gelten!<\/p>\n\n\n\n<p>Also zur Meditationshaltung. Das Ziel ist zumindest der halbe Lotussitz. Man setzt sich auf den Boden, am besten auf einen Teppich, an eine Stelle, wo es warm ist und nicht zieht, wo man hinter sich eine feste Wand hat in einem Raum, der aufger\u00e4umt ist, gut durchl\u00fcftet und ohne \u00fcble Ger\u00fcche. Ich beginne mit dem Schneidersitz und massiere dann Mi4<a href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a>. Nach ein paar Sekunden lege ich den linken Fu\u00df unter den rechten und den rechten so \u00fcber den linken, dass das Fu\u00dfgelenk zwischen Unter- und Oberschenkel Platz findet. Damit sind die Fersen zwar etwas vom Ges\u00e4\u00df weg, aber meine Fu\u00dfgelenke sind gut entspannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Danach versuche ich nun, den R\u00fccken zu entspannen. Dies erreiche ich durch Dehnungen im Kreis gegen den Uhrzeigersinn. Dabei gehe ich jedem Schmerz nach, so weit es geht, verhart ein bisschen in dieser Stellung. Wichtig ist dabei, dass man zwischen der Brust- und der Lendenwirbels\u00e4ule unterscheidet. Die Brustwirbels\u00e4ule erreicht man durch starkes Senken des Kopfes, die Lendenwirbels\u00e4ule, indem man den Brustkorb bewegt. Wenn die Schmerzen zu stark werden, so geht man weiter, probiert es bei der n\u00e4chsten Runde oder auch am n\u00e4chsten Tag.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hatte lange Zeit das Problem, dass meine Dehnung nicht ausreichte. Gerade im Beckenbereich muss man in der Lage sein, entspannt zu sitzen, ohne dass es einen nach hinten zieht. Wenn man der Meinung ist, dass man genug gedehnt hat, richtet man sich auf. Ich beginne dabei immer mit leichter Vorlage. Wenn ich zu weit nach hinten komme, spannen sich meine Oberschenkel. Wenn ich zu weit vorne bin, kann ich meine Schultern nicht loslassen. Gerade diesen einen Punkt zu finden, der da dazwischen ist, das ist die Kunst der richtigen Haltung. Wenn man ihn erreicht hat, dann merkt man, wie die Schultern ihre Anspannung verlieren, wie sie sich senken und senken, wie sich die Schultergelenke nach hinten bewegen und die Schulterbl\u00e4tter nach unten, wie die Haut am R\u00fccken pl\u00f6tzlich ihre Spannung verliert, wie es zu kribbeln beginnt und das Blut wieder flie\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst in dieser Position kann das Chi, die Energie \u00fcber die Wirbels\u00e4ule nach oben bis in den Kopf gelangen. Sie kommt dann ganz von selber, da braucht man sonst nichts mehr tun. Erst jetzt ist man bereit f\u00fcr die Meditation und ich denke, dass es ganz wichtig ist, diesen Weg zu gehen, diese Dehnungen und Entspannungen zu meistern, die Muskulatur so zu trainieren, dass der K\u00f6rper in dieser Position verharren kann, vielleicht auch einmal stundenlang. Erst dann macht die Meditation einen Sinn. Man kann auch nicht eine Wallfahrt mit dem Bus machen und gleich in die Kirche gehen und sich den Weg ersparen. Beides geh\u00f6rt zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcbung ist zu Ende, wenn ich das Gef\u00fchl habe, dass der n\u00e4chste Schritt kommt. Dies erfolgt ziemlich von alleine. Der n\u00e4chste Schritt ist die Abschluss\u00fcbung des dreifachen Reibens.<\/p>\n\n\n\n<p>Exkurs zu den k\u00f6rperlichen Schwachpunkten in der Meditation: Yogananda<a href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a> meint, dass Yoga ausschlie\u00dflich dazu \u201eerfunden\u201c wurde, diese Meditationshaltung einzunehmen. Mittlerweile hat sich das verselbst\u00e4ndigt und wenn man fragt, warum wer Yoga macht, bekam ich diese Antwort noch nie. Letztlich geht es aber auch bei der Meditationshaltung darum, dass wir einige Muskeln ausreichend dehnen und andere st\u00e4rken, sodass sie diese aufrechte Haltung erm\u00f6glichen. In meiner Meditationspraxis habe ich dabei die folgenden Schw\u00e4chen entdeckt:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Das Becken. Ich brauchte auch nach meiner H\u00fcftoperation einige Zeit, bis ich die Knie auf den Boden brachte, die Dehnung der Innenseite meiner Oberschenkel also dazu ausreichte. In diesen Bereich geh\u00f6rt wohl auch, dass ich danach nicht in der Lage war, auf einem flachen Boden zu sitzen, weil es mich nach hinten zog. Man ben\u00f6tigt also gen\u00fcgend Dehnung, dass man die Lendenwirbels\u00e4ule auch ein bisschen nach vorne bewegen kann. Das bedeutet, man sitzt dann auf jenen Beckenknochen, auf denen man auch am Fahrrad sitzt. Solange man das nicht erreicht hat, kippt man nach hinten bzw. verspannen sich die Oberschenkel.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Die Lendenwirbels\u00e4ule. Hier haben wir im Normalfall eher ein Problem der Muskelschw\u00e4che. Dieser Bereich sollte aufrecht bleiben k\u00f6nnen, vielleicht auch leicht \u00fcberstreckt. Wer hier zu wenig Muskulatur besitzt, der f\u00e4llt in sich zusammen und ist auch anf\u00e4lliger f\u00fcr Probleme in der Lendenwirbels\u00e4ule.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Der Bereich des Brustkorbs. Hier habe ich eher wieder ein Problem der Anspannung. Wir sch\u00fctzen uns instinktiv, indem wir den R\u00fccken anspannen, wie einen Panzer. Diesen Bereich m\u00fcssen wir in der \u00dcbung loslassen.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Die Schultern. Sie geh\u00f6ren auch zum Panzer. Wir ziehen sie hoch, um unseren Hals zu sch\u00fctzen. In der Meditation fallen sie nach unten und gehen auch nach hinten. Der R\u00fccken wird gerade, der Brustbereich w\u00f6lbt sich heraus. Auch hier geht es um ein Loslassen.<\/p>\n\n\n\n<p>5. Der Hals. Oft haben wir den Kopf in einer neugierigen Haltung zu weit vorne. Hier hilft die Vorstellung, dass der Kopf an seiner h\u00f6chsten Stelle durch einen Faden mit irgendwas dar\u00fcber verbunden ist, was ihn h\u00e4lt. Damit k\u00f6nnen wir leichter die nat\u00fcrliche Haltung einnehmen und auch dieser Teil der Wirbels\u00e4ule richtet sich auf.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a>Der Punkt Milz 4 (Mi4) ist der \u00d6ffnungspunkt des Chong Mai, unseres wichtigsten Gef\u00e4\u00dfes. Das ist das wesentlichste Energiesystem in unserem K\u00f6rper. Man sp\u00fcrt auch sehr schnell, dass man sich entspannt, wenn man den Punkt erwischt. Er liegt am seitlichen Rand der Fu\u00dfsohle, von der gro\u00dfen Zehe aufw\u00e4rts nach dem Ballen bis man an eine kn\u00f6cherne Erh\u00f6hung kommt. Das ist ungef\u00e4hr nach dem ersten Drittel des Fu\u00dfgew\u00f6lbes.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a>Dieser Name ist bei indischen Gurus recht gebr\u00e4uchlich. Ich beziehe mich auf den Autor der B\u00fccher, die in meiner Literaturliste zu finden sind,<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Worum geht es bei der Meditation? 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